Olivenernte im Dezember 2012

Die Olivenernte findet in Messenien jährlich zwischen November und Januar statt. Dabei ist zu beachten, daß es für die Qualität des Öls günstiger ist, die früh zu ernten, solange die Oliven noch unreif sind. Die vorherrschende Olivensorte auf dem Peloponnes ist die Koroneiki Olive, die relativ klein ist. Der Olivenhain für das im Dezember 2012 geerntete ERAWO Olivenöl befindet sich etwas außerhalb von Kalamata auf einer Anhöhe, in dem Dreieck zwischen den drei Dörfern Kalami, Katsarika und Leika, wo sich auch eine moderne Mühle befindet

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Die Ernte wird in kleinen Gruppen durchgeführt, in der jeder seine Rolle kennt. In diesem Fall ist es Kostas, seine Frau und drei albanische Erntehelfer. Am besten beginnt man möglichst früh, um sicher zu stellen, daß die Oliven noch am selben Tag in die Mühle kommen. Als erstes werden Netze um die Bäume auf dem Boden ausgebreitet.

netze_auslegen01Auf keinen Fall werden Oliven geerntet, die schon vorher auf dem Boden lagen, da in diesen Oliven bereits enzymatische Prozesse eingesetzt haben, die den Gehalt an Antioxidanzien reduzieren. Solange die Olive am Baum hängt, hat die Frucht eine schützende Funktion. Sobald sich die Olive vom Baum gelöst hat, beginnt sie Dünger zu werden. Auch der Erntezeitpunkt ist entscheidend. Werden unreife, grüne Oliven verwendet, ist der Anteil an Biophenolen hoch und der Ertrag niedrig. Möchte der Olivenbauer mehr Ertrag erzielen, erntet er reife, schwarze Oliven. Er nimmt dann aber einen geringeren Biophenolgehalt und eine geringere Geschmacksintensität in Kauf. Daher ist das Marketinglabel “Öl mit mildem Geschmack” kritisch zu betrachten. Antioxidantien schmecken scharf und bitter.

Die großen Äste werden nun mit einer “Kettensäge am Stiel” abgeschnitten. Leider entsteht dadurch viel Lärm und man kann sich nicht mehr so gemütlich bei der Arbeit unterhalten wie in unmotorisierten Zeiten.

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Die abgeschnittenen Äste werden nun über eine Maschine mit rotierenden Gummiknüppeln gehalten, um das Erntegut von den Ästen und Zweigen zu entfernen. Die meisten Blätter werden dabei ausgesiebt und die Oliven fallen in den Erntesack.

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Die noch am Baum hängenden Oliven werden mit einer Gummigabel vom Baum gekämmt. Dies erfordert eine gewisse Behutsamkeit, um die Verletzung der Oliven zu minimieren. Die auf die Netze gefallenen Oliven werden auf einem Sieb von den Blättern getrennt und kommen dann auch in den Erntesack. Die Netze werden dann um die nächsten Bäume gelegt.

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Wenn die Ernte abgeschlossen ist, muß das Erntegut möglichst schnell in die Ölmühle, um die Oxidationszeit möglichst gering zu halten.

Der Anfang

 

Das ERAWO Projekt wurde im Geist bereits in den frühen 00er Jahren geboren. Mein Vater, Eustathios Maniatis, und ich, Arion Maniatis, saßen in der Gutsschänke Weis in Sulzheim/Rheinhessen bei einem Glas Silvaner und sprachen über das Olivenöl, das mein Vater von der letzten Reise mit dem Auto von Messenien, über Patras und Venedig in mehreren 17 Liter Kanistern mitgebracht hatte. Das Öl stammte hin und wieder von seinem Schwager Kostas Roussos aus Kalamata oder von dem kleinen Stück unserer Familie. Wir unterhielten uns auch über die gängigen Vermarktungspraktiken. Es verhielt sich nämlich so, daß italienische Händler alljährlich nach der Olivenernte in Messenien das Öl aufkauften, es mit anderen minderwertigeren Ölen verschnitten und dann – mit ihrem Marketing und ‘Made in Italy’ versehen – als Spitzenprodukt weiterverkauften. Inzwischen ist einige Zeit vergangen und Öle aus Kreta und Kalamata sind in den Supermärkten zu haben. Außerdem wird vieles über die Olivenindustrie veröffentlicht (siehe Handelsblatt: “Wie im Kokainhandel”, Süddeutsche.de: “Von wegen jungfräulich”) Der Ansatz bei ERAWO ist, ein Öl von höchster Qualität, aus einer Lage, und auch Transparenz, nämlich inklusive der Veröffentlichung der chemischen Analysedaten, anzubieten.

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